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LEGENDE

Der Weg des Kaffees beginnt mit Legenden - wie es für die Dinge sein sollte, die eine besondere Kraft und Bedeutung in unserem Leben haben. Wer wirklich Kaffee entdeckt hat - der arabischer Scheich Omar-Eremit, ob äthiopische koptische Mönche des Klosters in der Gegend Kaffa oder der Hirt Kaldi aus Yemen - wir werden es schon nicht erfahren. Höchstwahrscheinlich fand das Kennenlernen mit Kaffee unabhängig voneinander statt. Heute können wir nur unendlich dankbar für eine so wunderbare Entdeckung sein!

Der Name "Café" entstand im Namen der Provinz Kaffa (oder in einer anderen Version der Herkunft des Wortes "Kawa" - was auf Arabisch "stark sein" und "entschieden sein" bedeutet, weil so ein Mensch wird, der die Bohnen oder Infusion verzehrt) und so machte sich Kaffee auf den Weg rund um die Welt.

Die Reise nach Osten

Die Methoden der Kaffeezubereitung änderten sich mit der Zeit. Am Anfang machte man Kaffeekugel mit Speck oder Honig, danach wurden die Kaffeebohnen mit Wasser begossen, zunächst roh und dann auch getrocknet, genannt "Kaffee Wein". Man begann nur etwa im 14. Jahrhundert Kaffeebohnen zu rösten, hämmerte sie in einem Mörser zu Pulver und braute ein Getränk. Zunächst als Medikament (sogar Avicenna hat seinen Patienten den Kaffee schon im frühen 11. Jahrhundert empfohlen) und dann als aufmunterndes Getränk, begann sich Kaffeekonsum in der gesamten muslimischen Welt zu verbreiten, und ist langsam zu einer ganzer Kultur entwachsen.

Wie alle großen Entdeckungen und wichtige Phänomene für die Zivilisation hat Kaffee zunächst unter Zensur und Verbot gelitten. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde im Osten immer beliebter den Kaffee in der Gruppe von Ansprechpartnern im Schatten der Bäume oder auf der Veranda zu trinken. Es begann die Eröffnung der Kaffeehäuser. Dies bedeutete eine Verbreitung der Kaffeekultur auf ein neues Niveau – sie wurde sozial. Deshalb haben die derzeitigen Herrscher im Kaffeetrinken Bedrohung für die Regierung gesehen. Der Kaffee machte die Menschen munterer, die neigten zu aktiven Diskussionen, auch auf politische Themen. Die Geistlichen waren unzufrieden, denn jetzt haben die Gläubigen deutlich weniger Zeit im Gebet verbracht, waren anstatt bei Geplauder mit Kaffee. Es gab Fälle in Mekka, Istanbul und anderen Städten, im Auftrag von Sultan wurden die Kaffeelieferungen und Kaffeehändler sogar ins Meer in Säcken geworfen oder man hat ihnen die Zungen abgeschnitten.

Aber die Nachfrage der Verbraucher hat alle Verbote überwunden. Der Kaffeesieg wurde in der östlichen Welt mit der Eröffnung des ersten öffentlichen Café in Istanbul im Jahre 1554 von zwei syrischen Händlern gekrönt und die Nachfrage für Kaffee stieg sehr rasch. Das Ansehen des Kaffees wuchs, das Getränk wurde als "Milch von Schachspielern und Denker", als Trunk der Krieger und Philosophen bekannt. Es hat sich schnell als Nationalgetränk der Türkei weiter verbreitet, dabei haben nicht nur wirtschaftliche Motive der Käufer geholfen, aber auch die derzeitige Macht des Osmanischen Reiches, das seinen kulturellen Einfluss auf Europa hatte. Der Kaffee war dazu bestimmt, eine globale Kultur zu werden.

Europas Eroberung

Die Europäer wussten von Kaffee seit der Mitte des 16. Jahrhunderts von den Beschreibungen der Pflanze nach Osten Reisenden, von Wissenschaftlern, Botaniker und Ärzten. Nur etwa hundert Jahre später begann man in Europa die ersten Kaffeehäuser zu öffnen: in Italien - im 1647 (Venedig), in England - 1650 (Oxford), 1652 (London), in Frankreich - 1672 (Paris), in Deutschland - 1686 (Regensburg), 1721 (Berlin). Der Kaffee als ein teurer Genuss wurde zunächst in den Höfen der Fürsten populär, dann in den Kreisen der Aristokraten, Kaufleute und Beamte, und dann auch in Bürgerkreisen.

Natürlich wurde auch in den europäischen Ländern der Kaffee von Schikanen und Einschränkungen nicht verschont. Wie konnte sich in der konservativen christlichen Europa die Legende der arabischen Kultur in den Zeiten der bereits akuten Konfrontation zwischen der Kirche und islamischen Welt einleben? Dazu auch stand Kaffee in starken Wettbewerb zu traditionellen Getränken (wie Tee, Bier und Ale) und auch zu traditionellem Zeitvertreiben der Menschen. Ob europäischer Pragmatismus gewonnen hat (die Entscheidung, hohe Steuern für Kaffee zu erheben hat die Verkäufe nicht verringert, sondern erhöhte deutlich den Umfang und die Beliebtheit von Kaffeekonsum), oder wurde der Kaffee unter einem glücklichen Stern geboren, wurde der Kaffee zu Prima auf der Handelsbühne und Konsumkultur in Europa.

Globale Expansion

Mit der Verbreitung von Kaffeekultur ergab sich im Westen eine Notwendigkeit künstliche Anpflanzungen von Kaffee zu schaffen, da das Volumen der exportierten Getreidewildpflanzen nicht mehr die Nachfrage nach diesem Produkt erfüllen konnte.

Die Araber hatten nicht umsonst den Kaffee "Tochter von Jemen" genannt, weil er von hier aus sich zu verbreiten begann. Von hier aus startete man von den Menschen geschaffen Kaffeeplantagen anzubauen. Das Monopol auf den Kaffeeexport gehörte bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts den Arabern, bis zum 1737, wenn Franzosen Kaffee nach Europa zu importieren begannen.

Hiermit beginnt eine neue Etappe in der Verbreitung der Kaffeeweltkultur - die Industrie. Zunächst haben die Araber, um heftige Nachfrage zu befriedigen, heimlich die ersten Kaffeeplantagen in Malaysia angeschafft. Dann begannen die Holländer, die die Pflanzen von Araber gestohlen haben, den Kaffee in ihren Kolonien in Indonesien zu pflegen. Und dann die Franzosen, die Kaffeepflanzen von Holländer gestohlen haben, schufen Kaffeeplantagen in Martinique, in ihren Besitz in der Karibik, an. Spanien, Portugal und England begannen auch Kaffeeplantagen auf ihre Kolonialgebiete (Brasilien, Jamaika, Ceylon, Java, Bourbon, San Domingo, Guadeloupe) anzupflanzen. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Kaffee in aller Tropenzone angebaut. Der Kaffeekonsum wuchs schnell an und im frühen 20. Jahrhunderts erreichte das Handelsvolumen rund eine Million Tonnen.

Kulchytsky und Wien

Wie war denn der Weg des Kaffees zu uns in seiner langen Weltreise? Wann und unter welchen Umständen hat sich Kaffeekonsum in der Ukraine entwickelt? Wie Sie wissen, die Geschichte liebt Widersprüche. Einer von denen ist eine Legende von Wiener Kaffee, genauer gesagt die Geschichte der Kaffeetradition in Österreich. Die Hauptfigur in dieser Geschichte war ein Ukrainer, dessen Name weltweit bekannt ist - Yuriy Kulchytsky (Georg Franz Kolschitzky). Geschichte ergab, dass die Tradition des Kaffeetrinkens in unseres Land aus dem österreichischen Reich kam, in dem das Meiste für die Popularisierung des Kaffees ein Ukrainer gemacht hat! Aber alles der Reihe nach.

Yuriy Franz Kulchytsky, ein Mann ukrainischer Abstammung, wurde im Jahre 1640 in einem Dorf Kulchytsi in der Nähe von Sambir geboren. Nach einer Version war er ein Kosak auf der Sitsch, der nach der türkischen Gefangenschaft (wo er die Sprache und Sitten gelernt hat, einschließlich auch Kaffeetrinken angewohnt), arbeitete er als Übersetzer im "orientalischen Handelsgesellschaft", die von Wiener Händlern gegründet wurde. Nach einer anderen Version war Kulchytsky kein Kosak, sondern ein österreichischer Diplomat, hat den Kaffee als Medikament gegen Migräne kennengelernt. Es steht aber sicher, dass er im Jahre 1678 in Wien lebte, wo er ein Importeur der orientalischen Waren wurde. Das Schicksal wählte ihn für ungewöhnliche Abenteuer. Normalerweise werden Legenden schließlich zu realer Geschichte und bei Yuriy Kulchytsky war der Fall genau das Gegenteil. "Heldentat von Kulchytsky" ist wirklich episch, eine spannende Geschichte hört sich an wie eine Legende. Im Jahr 1683 dauerte die Belagerung von Wien durch die türkische Armee von rund um 200.000 Soldaten. Yuriy Kulchytsky (der fließend Polnisch, Serbisch, Türkisch, Deutsch, Ungarisch und Rumänisch sprach), dank seinem Wissen und Fähigkeiten sich zu transformieren und dank außergewöhnlicher Mut, schlich durch das Lager des Feindes, als ob er türkischer Händler wäre, brachte einen Brief aus Wien über die Belagerung und Notwendigkeit der Hilfe zu dem Herzog von Lotharingien Karl der V. und kam zu den Wienern mit einer guten Nachricht zurück, obwohl die Stadt schon bereit war, sich an die Türken zu ergeben. In der Stadt ging der Glauben an den Sieg auf. Nach den heftigen Kämpfen wurden die Türken besiegt und die Belagerung von Wien aufgehoben.

Wo bleibt der Kaffee? – fragen Sie. In der 500 (in einer anderen Version - 300) Säcken lag er hinten von der osmanischen Armee gelassen, zusammen mit Tausenden von Säcken mit Getreide, Vieh und anderen Trophäen, die so angemessen für müde Wiener nach zweimonatigen Belagerung waren. Nur gerade aus Kaffee wurde ein Anlass. Niemand wusste, was mit so vielen grau-grünen Bohnen zu tun. Aber Kulchytsky wusste es! Diese Taschen mit unbekannten Bohnen nahm er als Belohnung für seine Leistung von dem Kommandanten der Stadt Graphen Starenberg. Dazu bekam er noch den Titel "Dolmetscher des Kaisers" und Ehrenbürger der Stadt Wien, einen permanenten Lohn und Unterkunft. Am Wichtigsten dabei waren die Ausnahmebedingungen für Kaffee: er wurde für 20 Jahre von den Steuern befreit!

KAFFEE IN WIEN

Hier beginnt die Geschichte von Wiener Kaffee.

Zuerst war es Kaffee "auf Türkische Art", die Yuriy Kulchytsky in die Stadt trug und für einen Kreuzer verkaufte. Aber es wurde nicht zu einem Liebling der Wiener. Schließlich erfand der Kaffeemann ein weiteres "Rezept" türkischen Kaffee - mit Honig (und später mit Zucker) und Milch. Genau diese Variation wurde beliebt in Wien, war sogar als eigene genommen und wurde als "Wiener Kaffee" bekannt.

Einige Zeit hat Kulchytsky angeblich Kaffee in einem kleinen Café im Zentrum von Wien verkauft, mit dem Titel "Wiener Trophäe". Später öffnete er im Jahre 1686, ein neues größeres Kaffeehaus genannt "Unter blauen Flasche", das sehr populär geworden ist, und es wurde in der Geschichte als erstes Kaffeehaus in Wien bekannt. Die Geschichte des Heroismus von Yuriy Kulchytsky wurde in einem Buch von katholischen Priester Gottfried Ulrich "Die Geschichte der zweiten Türkenbelagerung“ veröffentlicht. Es gibt zwar andere Versionen, die mit Geschichte der Cafés in Wien zu tun haben. Die moderne Forschung nannte auch den Namen John Deodata - armenischen Kaufmann, der das erste Kaffeehaus in Wien im Jahre 1685 angeblich geöffnet hat (in einer weiteren Version – war es ein Armenier Isaak de Luca).

Man kann aber sicher sein: Ukrainer Yuriy Kulchytsky hat wie kein anderer dazu beigetragen, die Kultur des Kaffeekonsums in der österreichischen Monarchie zu popularisieren. Dies sei nicht nur Legenden (oder doch wahre Geschichte?), sondern auch die Verehrung seinen Namen in der Geschichte der Verbreitung des Kaffees in Europa. Im Jahr 1885 hat man in der Kolschitskigasse an der Ecke des Hauses, wo Cafe Zverina mit Namen von Kulchytsky war, eine Bronzestatue Yuriy Kulchytsky (Georg Franz Kolschitzky) mit einem Tablett mit Tassen und Kaffeekanne in der Hand, eröffnet. Und bis vor kurzem feierten Kaffeemänner jedes Jahr im Oktober in Wien die Feier zu Ehren von Kulchytsky und seine Porträts hingen in Schaufenstern ihrer Geschäfte.

Wiener Kaffeehauskultur als typisches gesellschaftliches Phänomen wurde offiziell in die Liste des nationalen immateriellen Kulturerbes am 10. November 2011 eingetragen. Wie hundert oder zweihundert Jahren vorher, wenn Besucher nicht nur leckeren und fachmännisch zubereiteten Kaffee und einzigartiges Wiener Gebäck (ohne das Kaffee nicht angeboten war) und die aktuelle Presse herangezogen waren - jetzt verzaubern Wiener Kaffeehäuser mit ihrer einzigartigen Atmosphäre und sind die Visitenkarte der österreichischen Hauptstadt.

KAFFEE IN LVIV

Aus Österreich ist die öffentliche Kultur des Kaffeekonsums auch in unser Land gekommen. Nach der ersten Teilung von Polen wurde Ostgalizien ein Teil des österreichischen Kaiserreiches und die Wiener Tradition des Kaffeetrinkens wurde schnell in Lviv angenommen. Obwohl die ersten Kaffeehäuser in der Ukraine (und in Rzeczpospolita) von Türken vor einem Jahrhundert bevor gegründet wurden - im Jahre 1672 in Kamenez-Podilsk, eine besondere Rolle spielte der Kaffee für die Stadt, er wurde zu kulturellem Phänomen und ein Teil des Geistes der alten Stadt.

Erst wurde der Kaffee in Zuckerbäckereien serviert. Bekannt war Kaffeehaus-Zuckerbäckerei Levakovskiy, das im späten 18. Jahrhundert geöffnet wurde. Erst im 19. Jahrhundert erscheinen in Lviv die Kaffeehäuser in aktuellem Sinne des Wortes. In der Dokumentation wurde erwähnt, dass in der Tat das erste Café "Wiener Kaffeehaus" war, erbaut von Karl Hartmann im Jahre 1829 in Hetman Damm (heute Freiheit Prospekt). Im 19. Jahrhundert waren die in Lviv beliebte Kaffeehäuser: "Wiener", "Theater", "Zentral", "Monopoly", "Amerikanisches", "Stück", "Kristall", "Europäisch", "Narodna Hostynnytsya", "Pekelko", "Café de la Paix" und andere. Hier verbrachten die Zeit die Intellektuelle, Vertreter der Bohème der Stadt und natürlich auch die Österreicher, für die es eine gut etablierte Tradition war.

Kaffeegeist von Lviv

Lviver Kaffeehäuser wurden zu kulturellen Zentren der Stadt, wo es intellektuellen Debatten und künstlerische Unterhaltung gab, man konnte dort die aktuelle Presse und Zeitschriften, darunter auch ausländische lesen. Rund um dieses oder jenes Kaffeehaus bildeten sich "Clubs von Interessen". Politiker diskutierten Angelegenheiten des Staates; Autoren, Künstler und Komponisten haben sich hier inspiriert und schrieben ihre Werke. Ohne Beschönigung wurde im 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts. in Lviv in den Kaffeehäusern (wie Theatern und anderen öffentlichen Plätzen) das kulturelle Umfeld der Stadt kreiert.

Heute ist Lviv die Kaffeehauptstadt der Ukraine geworden. Dafür gib es einen guten Grund nicht nur im historischen Kontext. Hier befinden sich die beiden größten ukrainischen Hersteller von Kaffee. Lviver Kaffeehäuser sind eins der attraktivsten Plätze für Touristen zusammen mit architektonischen und historischen Denkmälern. Hier findet jährlich Kaffeefestival "Auf ein Kaffee nach Lviv". In Lviv trinkt man Kaffee auf eine besondere Weise - ohne Eile, man genießt jeden Schluck, um Inspiration zu finden, Kaffeetrinken ist in ein angenehmes Ritual umgewandelt. In dieser einzigartigen Stadt "ein Kaffee trinken zu gehen" – ist viel mehr, das bedeutet auch unter anderem, Lviver Bürger zu sein!

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